Light Guide Film und Optical Fiber

Vollflächige Hinterleuchtung von Folientastaturen

Da Folientastaturen sehr dünn sind und teilweise in gekrümmtem Zustand in ein Gehäuse verbaut werden, kann bei deren Hinterleuchtung nicht auf die Lichtleitertechnologie zurückgegriffen werden, wie wir sie beispielsweise für Langhubschalter und kapazitive Oberflächen verwenden. Einzelne LEDs können zwar direkt auf der leitenden Folie aufgebracht werden und bieten dieselbe Funktion, erfüllen aber nicht den gleichen optischen Effekt. Um eine großflächige Homogenität der Beleuchtung bei Folientastaturen zu gewährleisten wurden daher ganz neue Methoden entwickelt.

Durchgesetzt haben sich vor allem die Technologien des Light Guide Film und des Optical Fiber. Auch wenn mithilfe dieser beider Technologien sämtliche Tasten der Folie mit denselben LEDs hinterleuchtet, wodurch eine separate Ansteuerung und somit die Benutzung als Funktionsbeleuchtung nicht möglich ist, können sie eine echte Alternative sein, wenn es um Orientierungsbeleuchtung und optische Veredelung geht.

 

Über Light Guide Films

Mit einem Light Guide Film, kann bei Folientastaturen eine ähnlich homogene Hinterleuchtung erzielt werden, wie mit Kunststofflichtleitern für andere Eingabesysteme. Dabei wird die vollflächige Hinterleuchtung der Folie durch nur wenige LEDs erreicht. Das spart Kosten und erzeugt einen optisch ansprechenderen Effekt.

Im Folgenden wird die Funktionsweise eines Light Guide Films anhand der obigen Darstellung etwas genauer erklärt. Auf den Trägerfilmen der Schaltungen werden die LEDs bei der Light Guide Film-Technologie nicht direkt hinter den Tasten, sondern entlang einer Seite angebracht. Die LED-Reihe wird so ausgerichtet, dass sie seitlich in den lichtleitenden Film einstrahlt. Die Lichtwellen durchdringen den Film ungehindert in alle Richtungen und werden an seinen Seiten reflektiert, um den Film homogen auszuleuchten. Ein mikroskopisch kleines Punktmuster auf der Unterseite der lichtleitenden Folienschicht verstärkt diesen Effekt und lenkt die Lichtwellen nach oben in Richtung der Dekorfolie. Überall dort, wo diese Folie Lichtdurchlässig ist, wird der Effekt sichtbar, von den lichtundurchlässigen Stellen wird das Licht wieder in den Light Guide Film zurückgelenkt.

 

Über Optical Fiber

Optical Fiber (im deutschen: Glasfaser) wird vor allem zur schnellen Datenübertragung mithilfe von Lichtwellen eingesetzt. Das bekannteste Beispiel für den Einsatz dieser Technologie sind die Hochgeschwindigkeits-Datenkabel, die vor allem zur Übertragung von Internet-Signalen verwendet werden. Der Glasfaserkern des Kabels leitet die Lichtwellen nahezu ungebremst, was die Technologie zur Datenübertragung prädestiniert. Allerdings können die Glasfasern auch als Lichtleiter für Folientastaturen eingesetzt werden. Auch hier kann von der verlustfreien Weiterleitung des Lichtes profitiert werden, denn mit Optical Fiber wird nur eine einzige LED benötigt, um den Hintergrund einer ganzen Folie zu beleuchten.

Viele dünne Glasfaserleitungen verlaufen parallel und dicht nebeneinander hinter der Frontfolie und bilden dabei eine geschlossene Fläche an Glasfasern. Diese werden an einer Seite gebündelt und von dort aus mit einer LED angeleuchtet. Die Lichtstrahlen dringen in die Fasern ein und werden durch sie hindurchgeleitet. Dadurch geben die Fasern auf gesamter Länge Licht ab und hinterleuchten somit die Folie.

Das Optical Fiber nur eine LED benötigt und damit dennoch eine homogene Ausleuchtung erzielt ist der klare Vorteil der Technologie, die Glasfasern und die geringe Anzahl an Anbietern des Produktionsverfahrens machen Optical Fiber zur Lichtverteilung allerdings vergleichsweise teuer. Welche Lichtleitertechnologie wann von Vorteil ist, muss einzelfallbezogen während der Projektplanung abgestimmt werden.

 

Weiterführende Links

Lichtwellenleiter (Wikipedia Erläuterung)

 

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