Interview mit Nina Zimmermann (COO) und Thomas Holeczek (CEO)

 

 

Interview mit Nina Zimmermann (COO) und Thomas Holeczek (CEO)

Nina, Sie sind seit zehn Jahren bei Printec-DS und haben nun die Rolle der COO übernommen. Was bedeutet dieser Schritt für Sie – und für das Unternehmen?

Nina Zimmermann: Für mich ist das ein großer Schritt, aber zugleich auch ein sehr natürlicher. Nach zehn Jahren im Unternehmen habe ich viele Entwicklungen aus nächster Nähe erlebt – nicht nur dort, wo wir stärker geworden sind, sondern auch dort, wo Wachstum Druck auf Kommunikation, Abstimmung und den täglichen Ablauf ausübt.

Was diese Rolle für mich bedeutet, ist vor allem Verantwortung: die Verantwortung, genau hinzusehen, Prozesse wirklich zu verstehen und Entscheidungen so zu treffen, dass sie gut durchdacht sind. Für das Unternehmen ist das aus meiner Sicht ein Schritt, der mehr Klarheit und mehr Unterstützung über Abteilungen hinweg schaffen kann – gerade dort, wo Menschen im Alltag aufeinander angewiesen sind.

 

Thomas, warum war jetzt der richtige Zeitpunkt, die Geschäftsführung mit einer COO-Funktion zu erweitern?

Thomas Holeczek: Weil das Unternehmen in einer Phase ist, in der Erfahrung allein nicht mehr ausreicht, wenn sie nicht in der richtigen Struktur zusammengeführt wird. Die Anforderungen sind gestiegen, und damit auch die Notwendigkeit für schärfere Abstimmung und stärkere operative Führung.

Was ich dabei besonders wertvoll finde, ist, dass Nina und ich unterschiedliche Hintergründe mitbringen und gleichzeitig beide seit zehn Jahren Teil des Unternehmens sind. Das ist eine starke Kombination. Wir kennen das Geschäft, aber aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Diese Perspektiven in der Geschäftsführung zusammenzuführen, ist aus meiner Sicht eine Chance, von doppelter Erfahrung zu profitieren statt nur auf eine Sichtweise zu setzen.

 

Nina, wie definieren Sie Ihre Rolle als COO und welche Prioritäten setzen Sie in dieser Position?

Nina Zimmermann: Ich würde meine Rolle ganz einfach so beschreiben: dazu beizutragen, dass das Unternehmen klarer und wirksamer zusammenarbeitet. Das beginnt damit, Prozesse wirklich zu verstehen. Es bedeutet aber auch zu erkennen, wo Menschen Zeit verlieren, wo Übergaben unklar sind und wo gute Arbeit schwerer wird, als sie sein müsste.

Meine Prioritäten sind deshalb Klarheit, Zusammenarbeit und Entlastung. Ich möchte, dass die Abteilungen wissen, worauf sie sich verlassen können, was erwartet wird und wo Unterstützung verfügbar ist. Und ich möchte, dass Veränderungen praktikabel bleiben. Wenn eine Verbesserung im realen Tagesgeschäft nicht funktioniert, dann ist es keine gute Verbesserung.

 

Printec-DS wird immer internationaler. Was sind die wichtigsten operativen Herausforderungen, die damit einhergehen?

Nina Zimmermann: Die Komplexität wächst. Nicht auf eine dramatische Weise, sondern in vielen kleineren Punkten gleichzeitig. Kommunikation wird anspruchsvoller, Abstimmung braucht mehr Disziplin, und die Qualität von Schnittstellen wird noch wichtiger.

Gerade deshalb müssen wir sehr nah an der tatsächlichen Arbeit bleiben. Es ist einfach, allgemein über Strukturen zu sprechen. Entscheidend ist aber, ob Informationen dort ankommen, wo sie gebraucht werden, ob Übergaben klar sind und ob sich Menschen über Abteilungen hinweg aufeinander verlassen können. Genau dort beginnt operative Stabilität.

 

Wie greifen Strategie und operative Umsetzung in dieser Entwicklungsphase ineinander?

Thomas Holeczek: Sie müssen sich gegenseitig verstärken. Strategie setzt Prioritäten und gibt die Richtung vor, aber die operative Umsetzung entscheidet darüber, ob diese Prioritäten sauber und nachhaltig realisiert werden können.

Für mich ist das einer der Hauptgründe, warum dieser Schritt jetzt richtig ist. In einem anspruchsvolleren Umfeld müssen Zielrichtung und Umsetzung enger zusammenrücken. Sonst verliert man Zeit, Fokus und am Ende auch Wirksamkeit.

 

Nina, welche Rolle spielen Mitarbeitende und Unternehmenskultur für operative Exzellenz?

Nina Zimmermann: Eine zentrale. Ich glaube nicht, dass man operative Qualität verbessern kann, wenn man nur auf Abläufe schaut. Man muss auch darauf schauen, wie Menschen kommunizieren, wie sie zusammenarbeiten und ob sie sich informiert und unterstützt fühlen.

Viele vermeidbare Probleme entstehen nach meiner Erfahrung sehr früh: durch unklare Erwartungen, fehlenden Kontext, zu vage Übergaben oder Entscheidungen, die nicht transparent genug sind. Deshalb gehören Einfühlungsvermögen und Klarheit für mich zusammen. Menschen brauchen eine klare Linie, aber sie müssen auch verstehen, warum etwas entschieden wird und wie es dem gemeinsamen Arbeiten hilft.

 

Was bedeutet diese Entwicklung am Ende für Ihre Kunden und Partner?

Thomas Holeczek: Es bedeutet Kontinuität – aber mit mehr Stärke dahinter. Wir verändern nicht, wer wir sind. Wir stellen sicher, dass das Unternehmen verlässlich und leistungsfähig bleibt, auch wenn die Anforderungen um uns herum zunehmen.

Nina Zimmermann: Und es bedeutet, dass die Qualität, die Kunden und Partner erleben, nicht nur vom Einsatz einzelner Personen abhängen soll. Sie soll durch bessere Abstimmung, klarere Prozesse und stärkere Zusammenarbeit im ganzen Unternehmen getragen werden.